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SSRQ ZH NF I/1/11 27-1

Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, I. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons Zürich. Neue Folge. Erster Teil: Die Stadtrechte von Zürich und Winterthur. Erste Reihe: Stadt und Territorialstaat Zürich. Band 11: Gedruckte Mandate für Stadt und/oder Landschaft Zürich, par Sandra Reisinger

Citation : SSRQ ZH NF I/1/11 27-1

Licence : CC BY-NC-SA

Armenordnung der Stadt Zürich

1662.

Bürgermeister sowie Grosser und Kleiner Rat der Stadt Zürich erlassen aufgrund der Nichteinhaltung früherer Ordnungen eine erneuerte Armenordnung. Zunächst werden die Organisation der Almosenpflege, die Vergabe der Almosen, die Austeilung von Bettelscheinen, der Einzug und die Verteilung der Mittel sowie die Verdingung von Waisenkindern festgelegt. Es folgen Bestimmungen betreffend den Unterhalt und die Organisation des Zuchthauses und des Waisenhauses am Oetenbach (1). Zudem wird die Profosenordnung von 1636 in erweiterter Fassung aufgeführt (2). Fünf Massnahmen bezüglich Berichtsverfahren, Befragungspraxis der Armen, Visitationen der Dekane sowie Verwaltungspraxis der Almosen und der Kirchengüter sollen die bestehenden Missstände beheben (3). Um die Schädlichkeit des Gassenbettels zu beweisen, werden ausserdem zehn Begründungen aus der Bibel und aus der Antike genannt (4). Zuletzt wird noch auf das Verbot des aus dem Fenster Werfens von Almosen und das korrekte Spendenverhalten mithilfe des sonntäglichen Säcklis verwiesen (5).

In Folge des Dreissigjährigen Krieges erhöhte sich die Anzahl der mobilen Randgruppen und der fremden Bettler auf eidgenössischem GebietLieu : . Hinzu kamen Teuerungen, Missernten und schwankende Lebensmittelpreise, die ebenfalls zum Anstieg der Armut führten. Die Obrigkeiten der eidgenössischen OrteOrganisation : reagierten mit Bettlerjagden und schoben sich die Armen in regelmässigen Abständen gegenseitig zu. Dieses Abschiebeprinzip ist laut Christoph Ebnöther zusammen mit dem Heimatprinzip (vgl. SSRQ ZH NF I/1/11 31-1) als Teil der obrigkeitlichen Zwei-Säulen-Strategie zur Bekämpfung der Armut zu sehen. Da sich die Armut aber damit nicht endgültig beseitigen liess, nahm die ZürcherLieu : ObrigkeitOrganisation : vor allem gegenüber fremden Migranten, Bettlern und Vagierenden eine klar ablehnende Haltung ein. Aber auch einheimische Bedürftige, die aus Sicht der Obrigkeit ein deviantes Verhalten aufwiesen, wurden nicht geduldet. Entsprechend findet sich in der vorliegenden Ordnung eine Kategorisierung der betroffenen Personen in drei Gruppen: Fremde Bettler und Vagierende, einheimische Arme (die sich in selbstverschuldete und unverschuldete Arme aufteilen) sowie legal reisende Personen. Mithilfe eines neu geschaffenen Berichtsverfahrens und Befragungsstrategien sollte die Identifikation der Bettler und Armen vereinfacht werden. Verstärkt wurden ausserdem die Bemühungen zur Überwachung des Gebietes und der Verfolgung von unerwünschten Personen. Zu diesem Zweck ist die Profosenordnung von 1636 in erweiterter Fassung im zweiten Teil der Ordnung gedruckt (vgl. SSRQ ZH NF I/1/11 18-1). Neben dem Ausbau der Überwachung sowie den harten Sanktionen gegen unerlaubtes Betteln, wovon sich die Obrigkeit eine abschreckende Wirkung versprach, wurden zudem hohe moralische Anforderungen für den Empfang der Almosen formuliert. Diese werden in der vorliegenden Ordnung mithilfe von Zitaten und Paraphrasen aus der Bibel und aus Werken antiker Autoren begründet. Gleichzeitig erfolgte aber auch ein Ausbau der Armenfürsorge für die als würdig und unverschuldet geltenden Armen. Der Zugang zur Unterstützung sollte somit klar geregelt und kontrolliert werden (Ebnöther 2013, S. 205-208; Denzler 1920, S. 69).

Die vorliegende Armenordnung markiert den Beginn eines langfristigen Entwicklungsprozesses der Kriminalisierung von Bettlern und Vagierenden im Ancien Régime. Dies wurde von der ZürcherLieu : ObrigkeitOrganisation : mit dem Schutz der eigenen labilen Wirtschaftslage, aber auch mit der Prävention von Krankheiten durch fremde Personen begründet. Innerhalb der EidgenossenschaftLieu : nahm ZürichLieu : damit eine Vorreiterrolle ein, denn auf der Ebene der Tagsatzung wurden erst in den 1670er Jahren entsprechende Massnahmen verabschiedet (vgl. beispielsweise der eidgenössische Abschied vom 4. Juli 1677, EA, Bd. 6/1, Nr. 673c). Obwohl die ZürcherLieu : ObrigkeitOrganisation : Bettler und Vagierende zunehmend mit Dieben und Gaunern gleichstellte, wurde die eigentliche Handlung des Bettelns nicht als Kriminalverbrechen bestraft (Ebnöther 2013, S. 209-214).

Die vorliegende Armenordnung wurde vermutlich im Februar oder März 1662 gedruckt. Obwohl nur das Jahr explizit vermerkt ist, existiert vom selben Jahr eine weitere Armenordnung als Auszug für die Landschaft, in welcher der Hinweis zu finden ist, dass der Auszug im März 1662 publiziert wurde (StAZH III AAb 1.4, Nr. 72, fol. 3r). Es ist davon auszugehen, dass die vorliegende Armenordnung kurz davor gedruckt wurde (zu den beiden Quellenstücken vgl. Wälchli 2008, S. 108).

Der Erfolg der Armenordnung von 1662 war nur bescheiden, was trotz der regelmässigen Bettlervertreibungen nicht zuletzt mit der Ineffizienz der ordnungssichernden Organe zusammenhing. Aus diesem Grund beschloss die Obrigkeit, die Ordnung zu überarbeiten, zu verschärfen und sie als Almosenordnung im Jahr 1693 erneut zu drucken (SSRQ ZH NF I/1/11 31-1).

Texte édité

[Note dorsale au-dessus de la ligne par une main du XVIIe siècle :]
Wieder den gassenbättel.
uund allmosens-ordnung.
[Note dorsale au-dessus de la ligne :] 1662Date : 01.01.1662 – 31.12.1662. ZürZürich


Mandat / Satz- und
Ordnung
Unser gnaͤdigen Herren Burgermeister klein und großen Raͤthen der Statt ZürichLieu : Organisation : / wider den ohnverschambten offnen Gassenbaͤttel


Darinnen grundtlich und weitloͤüffig dargethan und erscheint wird / was gestalten der Statt
ZuͤrichLieu : Allmosens-Ordnungen / zu Trost und müglichister
versorgnus der Rechtwuͤrdigen Armen / wol angerichtet und bestellt.
Und hingegen zu uffrechtbehaltung angedüter guter Allmosens-Ordnungen ohnentbehrlich von noͤthen
seige / daß Er der herumbschweiffende muͤssiggehende Gassenbaͤttel abgeschaffet werde.

Getruckt zu ZürichLieu d’origine : /
By Johann Heinrich HambergerPersonne : .
M DC LXII.Date : ()
[p. 2]Saut de page [p. 3]Saut de page

Wir Burgermeister und Rath / und der
groß Rath / so man nenth die zweyhundert / der
Statt ZürichLieu :
Organisation :
: Entbietend allen und jeden unseren lieben und getroͤüwen Verburgerten /
Ober- und Undervoͤgten / Ambtleuthen / Weiblen / Richteren und ihren Nachgesetzten / auch allen unseren angehoͤrigen / Geist- und Weltlichen Persohnen / so in unser Statt /
Landen / Grichten und Gebiethen Wohnhafft / unseren
gnaͤdigen Gruͦß / günstigen geneigten Willen / und alles
guts Zuvor / und darby zuvernemmen;
[Note dans la marge de droite :]
Andütung
der alten
Ordnungen wider
den Gassenbaͤthel.
Nach deme nit allein unsere fuͤrgeliebte Vorfahren
an unserem Regiment / vor ohnverdencklichen Jahren haro /
sondern auch Wir selbsten / eine lange zyt anharo / mit sonderbarem Oberkeitlichem yfer und sorgfalt gesucht / welicher gestalten die rechtwürdige Armen. Weliche uns Gott
der Herr / und unser liebe und getroͤüwe Heiland Christus /
in synem heiligen Wort / so ernstlichen / und mit versprochner hocher Gnaden vergeltung / anbefohlen / trostlich und
mitlydenlich versorget / und hingegen aller muͤssiggehende
in unser Statt und Land / ohnverschambter wyß / herumbschweiffende / hochbeschwaͤrliche offne Gassenbaͤthel / welichen Gott der Herr in angedeut synem heiligem Wort
ernstlichen verbotten / gaͤntzlichen abgeschaffet werden
moͤchte / sind uff dises end hin / so wol von den gedacht unseren fuͤrgeliebten Regiments Vorfahren / alß auch Uns
selbsten / vil underschidenliche Mandat / Satz- und Ord[p. 4]Saut de pagenungen / zu mengklichesse nachrichtung und verhalt / in offentlichen truck kommen und gebracht worden:
[Note dans la marge de gauche :]
Schlechte
obacht der alten Ordnungen /
ein ursach
zu disem
noͤüwen
Werck.
Wann aber mengklicher der Unseren / die ihme / in
denselben uferlegte Pflicht und schuldigkeit / nach erforderung nit erstattet / und deßnacher der erwuͤnschte Zweck biß
dato / nach belieben nit erreicht werden moͤgen / sonder Wir
uß dem bedurlichen taͤglichen augenschyn / und würcklichen
erfahrung vernemmen und sehen muͤssen / daß soliches ohnverschambte Baͤttelwesen / je laͤnger je mehr widerumb uffkommen / und von noͤüwem in vollen schwang gerathen:
[Note dans la marge de gauche :]
Vorbricht
daß deß
Allmossens Ordnungen
wolbestellt.
So hat uns abermalen fuͤr eine hoche nothurfft angesehen / dises Geschaͤfft / widerumb mit noͤüwem und mehrerem ernst zuergryffen / und vor allen dingen / jedermengklichem der unseren zu Statt und Land / von Mann und
Wybspersohnen / wahrhafftigklichen und weitloͤüffig vorzestellen / und zuerkennen zegeben / welicher gestalten unsers
Allmosens Wesen beschaffen / und daß soliches zu aller
müglichisten und üssersten hilff / trost und handreichung der
rechtwürdigen Armen / uff daß allerbeste bestellt und angeordnet seyge: Da dann zuwüssen;
[Note dans la marge de gauche :]
Nach der
Reformation ist
daß Kilchen /
Schul-
und Allmosen ordnung angestellt
worden.
Alß der grundguͤtige und erbarmende Gott / nach syner Allmacht und ohnverdienten grossen Gnaden / unsere
liebe Statt und Landschafft ZürichLieu : / nebent vilen anderen
TeutschenLieu : und WeltschenLieu : Landen / Staͤnden und Staͤtten / treffenlichen erlüchtet und gesegnet / mit der heylsamen erkanntnuß / syner allein seligmachenden Evangelischen
Wahrheit / durch das mittel underschidenlicher Frommer
und Hochgelehrter Maͤnneren: Haben uff solche hochruhmliche Reformation und selige Glaubens-verbesserung / wolangedeute unsere Fuͤrgeliebte Regiments-Vorfahren / mit grossem yfer / ein ordenliches Kilchen- und
Schulwesen angestellt / Fromme / Gelehrte Maͤnner zu [p. 5]Saut de page
Pfahrreren / Helfferen / und Schuldieneren verordnet / die
dem Reinen Gottsdienst mit flyß und troͤüwen abwarten /
daß klare wort Gottes / nach innhalt der heiligen Schrifft /
deß Alten und Noͤüwen Testaments Predigen / die heiligen Sacrament / nach Apostolischer einfalt zudienen / daß
gemeine Gebaͤtt verrichten / daß Christenliche Lobgesang
by dem Gottsdienst in dem gereiß erhalten / der lieben Jugent in den Schulen getroͤüwlich vorstehen / und mit nammen auch / die uffsamblung deß heiligen AllmosensChangement de police / nach
vollendeten Morgen Predigen / an den SonntagenDurée répétée : 1 semaine ihnen
hochflyssig angelegen syn lassen sollind.
[Note dans la marge de droite :]
Apostolischer Befelch wegen der Armen.
Uff disere ordenliche Bestellung eines so Christenlichen Kilchen- und Schulwesens / habend unsere Fürgeliebte Regiments-Vorfahren / sich treffenlich wol und Gottseligklichen erinneret und gewahret / der uralten Apostolischen Ordnung / und anleitung / betreffend die versorgung
der Würdigen / und Uns von Gott / und unserem lieben
und waͤrthen Heyland / in synem heiligen Wort so hoch
anbefohlnen Armen;
[Note dans la marge de droite :]
Anstellung
deß Allmosen KlostersOrganisation : / und
darzu geordneten
yfrigen Obmanns.
Da dann zu diserem so hochnothwendigen Werck / mit
Gottseligem Wolbedacht / erstens gewidmet worden / Eins
unser Kloͤsteren / versehen mit allerhand kommlichen Geboͤüwen / und von Uns bestellt / mit einem solichen Obmann / der
yferig / frombklich und in troͤüwen abwarten / die sich erzeigende Armen taͤglich und stündtlich anhoͤren / dieselbigen
nach beschaffenheit ihres anliggens / mit handreichung und
gaaben erfroͤüwen / und was Ihme jederweilen bedencklich und zu schwaͤr fuͤrfallen moͤchte / zur berathschlagung
fuͤr unsere verordnete Allmosens-Pflaͤgere bringen solle;
[Note dans la marge de droite :]
Anzal der verordneten Allmo|Saut de pagesens Pflegeren / und
haltung der Pflegertagen.
Solicher unser gesetzten Allmosens-Pflaͤgeren aber /
sind an der zahl SechsQuantité : 6 / mit nammen ZweenQuantité : 2 von dem Geist[p. 6]Saut de pagelichen Stand / und VierQuantité : 4 von dem Weltlichen / uß unserem
Kleinen und Grossen RathOrganisation : erwehlt / weliche nebent obvermeltem Obmann / und einem sonderbaren Schryber / uff
ihnen habend die Pflicht / zu allen vier wuchenDurée répétée : 4 semaines umb / einen
Ordinari-Pflaͤger-tag zuhalten / da dann alle JahrDurée répétée : 1 année / der
anfang hierzu gemacht wird / uff den ersten ZinstagDurée répétée : 3 semaines / nach
dem Noͤüwen JahrstagDate : 1. janvier / und haben auch uf disere Pflaͤger-
tag / sich flyssig zurichten und zuhalten / alle und jede unsere
Pfahrrer uff unser Landschafft / umbe sich an denselben / fuͤr
die noth und anliggenheit ihrer Kilchgnoͤssigen Armen / gebührend anzumelden;
[Note dans la marge de gauche :]
Die Herren Pfahrer sollen
die Allmusen-gnoͤssigen Armen
flyssig erkundigen.
Damit aber hierinnen alle gebühr erfolge / und unsere
verordnete Allmosens-Pflaͤger / in diserem wytloͤüffigen
und nammhafften Geschaͤfft / die versorgnus der wuͤrdigen
Armen / je und allwegen uff das gwuͤsseste / alß muͤglich /
wuͤssen und erfahren moͤgind / so sollend alle unsere Pfahrherren / by ihren obliggenden hoͤchsten Pflichten / alle hußhaltungen / sonderlich die Allmosens-gnoͤssigen Armen / in
wachtbarer uffsicht halten / dieselbigen flyssig besuchen / und
vor allen dingen / im handel deß Heyls yferig underrichten /
hernacher auch ihres hußwesens eigentlichen gewahren /
wie vil nammlichen kinder verhanden / weliche under denselben gesund oder kranck / was alters und verhaltens ein jedes
seyge / deßglychen auch / ob die gesunden Elteren und Kinder / so ihr alter uffsich haben / arbeiten koͤnnind / was ihr verdienst seyge / und was ohngefahr für eigne Mittel verhanden syn moͤchten:
[Note dans la marge de gauche :]
Allerhand
rechtwuͤrdigen Armen sol uß
den Kirchenguͤteren uff zu|Saut de pagesammen
schüssen
der gemeinden auch
geholffen
werden.
Werdend dann angetroffen soliche hußhaltungen / in
denen der mangel groß / der verdienst aber gering / und
uͤberal keine mittel verhanden / insonderheit wo kranckne /
bethliggende / angefochtne / geschaͤdigte / duͤrfftige kindbethterin / alte praͤsthaffte und derglychen nothlydende Per[p. 7]Saut de pagesohnen zufinden / da so woͤllend Wir / daß denselben vor allen dingen / uß den Kirchen-Guͤteren / und zusammenschuß
der Gmeinden / die miltryche Hilffshand gebotten werde;
[Note dans la marge de droite :]
In ermanglung
der mittlen
in den
gmeinden /
sollen die
Allmosens
Pflaͤger
umb hilff
angesprochen werden.
Wo aber disere jetzt angedüte mittel nit gelangen / oder
aber derglychen keine verhanden syn moͤchten / die noth aber
groß / und die duͤrfftigen Persohnen wuͤrdig / da soͤllen alßdann unsere Pfahrrer / an solichen orthen / soliches anliggen
ihrer Armen / unseren verordneten Allmosens-Pflaͤgeren
insgesambt / uffrichtig und in allen troͤüwen / mit allen erforderlichen umbstaͤnden entdecken und berichten / und derselbigen hilff und gutbefindtnuß erwarten.
[Note dans la marge de droite :]
Gegen den
Armen
wird das
Allmosen
etwann vermehret / etwann auch
ein Extraordinari-
Allmosen
geordnet.
Wann auch etwann uff den WinterPériode : hiver es sich begibt / daß
wegen ermanglender arbeit / gar nuͤtzid / oder wenig zu gewuͤnnen / und dannenharo by ehrlichen lüthen / weliche gern
arbeiten und ihr bestens theten / die nahrung und underhalt
sich uͤberal stecken thut / deßglychen wann ein soliche hußhaltung / ohnversehens mit schwaͤren kranckheiten / oder anderen grossen unfaͤhlen angegriffen wird / so wird soliches von
unseren Allmosens-Pflaͤgeren gar mitlydenlich behertziget / und von denselbigen best muͤglichist ersetzt / eintweders
mit vermehrung deß lieben Allmosens / oder aber mit verordnung gar eines ExtraordinariChangement de police-Allmosens / allwegen
biß uff wider erfolgende besserung / daß wann die arbeit wider verhanden / und die gesundheit erfolget / soliches widerumb abgeschriben werden solle.
[Note dans la marge de droite :]
Den
heimlichen
Armen so
sich deß
Anmeldens schaͤmmend /
wird auch
hilfflich
begegnet.
Im fahl sich heimliche Armen / durch ihre Seelsorger /
oder sonsten in andere weg entdeckend / es seygen Wittwen /
Weißlin / Bethligerig / oder sonsten fromme mangelhaffte
Persohnen / die niemalen vil übrigs gehabt / und glychwoln
umb das wenige / so sy gehabt / durch erfolgte unfaͤhl kommen / Immittlest aber sich redlich halten / nach vermoͤgen
arbeiten / Allein darmit ihre gnugsamme underhaltung [p. 8]Saut de page
auch nit finden moͤgen / solichen lüthen / die sich deß offentlichen anmeldens schaͤmend / wird von unseren Allmosens-
Pflaͤgeren / auch allwegen nach gebuͤhr und hilfflichen begegnet werden;
[Note dans la marge de gauche :]
Beschaffenheit deß
Allmosen
Brots uff
desselben
ußtheilung allhier.
Das Allmosen-Brot wird von guter Haab / in obangezognem unserem Allmosen KlosterOrganisation : gebachen / und under
die Armen in unser Statt / und den naͤchst darby gelegnen
Gmeinden ußgetheilt / an einem SambstagDurée répétée : 7 semaines am morgenPériode : le matin /
das gelt aber zu vier wuchenPériode : 4 semaines umb / an einem ZinstagDurée répétée : 3 semaines
nach der Morgen-Predig / da unsere gesetzte Allmosens-Pflaͤger / nach Ihrer gewohnheit / einen Ordinari-Pflaͤgertag halten / und beschicht das ein und andere / allwegen nach
verrichtung deß hierzu sonderbar gestellten gebaͤtts;
[Note dans la marge de gauche :]
Ußtheilung deß
Allmosens
Brots uff
der Landschafft.
Was aber die ußtheilung unsers Allmosen-Brots uff
unser Landschafft anbetrifft / weliches Wir uß unseren usseren Kloͤsteren geben und bachen lassend / wird es zwahren
an etlichen orthen ußgetheilt / an einem SontagDurée répétée : 1 semaine / an etlichen orthen aber an den ZinstagenDurée répétée : 3 semaines / allwegen nach gehaltner Morgen-Predig / allein umb gebuͤhrender und anstaͤndiger glychheit willen / habend Wir hiemit gesetzt und geordnet / daß kuͤnfftig unser Allmusen-Brot / uff unser Landschafft an allen orthen / solle ußgetheilt werden / an einem
SontagDurée répétée : 1 semaine am morgenPériode : le matin / in der Kilchen / nach verrichtetem
Gottsdienst / in bywesen der gantzen Gmeind / und inmit lest / mit dem ußleuthen still gehalten werden: Insonderheit
auch soͤllen die nammen der Allmosens-gnoͤssigen / in der
Kilchen vor der Gmeind offentlich abgelesen / und der empfang deß Allmosens künfftigklichen / von dem Vatter oder
Muter im huß selbsten beschehen / und nit von den kinderen /
es were dann / daß sie es lybs halben nit vermoͤchten.
[Note dans la marge de gauche :]
Ußtheilung deß
Allmosen
gelts.
Belangend unser Allmosen-gelt / so Wir uff unsere
Landschafft ertheilen / und geben lassend / beschicht soliches [p. 9]Saut de page
zu MonatenPériode : 1 mois umb / und durch Mittel unserer Pfahrherren /
weliche das verordnete MonetlicheDurée répétée : 1 mois gelt / durch gwüsse
sichere Persohnen / under einem sonderbaren Zeichen / von
dem Obmann unsers Allmosen-KlostersOrganisation : abforderen lassend;
[Note dans la marge de droite :]
Namhafter gebruch
der Allmosens kleidern.
Nit weniger lassend Wir über obgedachtes Allmosen-
Brot und Gelt / uff syn gwüsse zyt und tag / noch fehrners /
ein nammhafftes an schuhen reverreverenterChangement de police und nohtwendigen Winterkleideren / in Unser Statt und naͤchst herumb / insonderheit aber das meiste / uf unser Landschafft hin und wider ußtheilen / dessen sich dann mengklicher under den Armen gar
wol zugeniessen.
[Note dans la marge de droite :]
Wo in
Allmosens
gnoͤssigen
hußhaltungen / erwachßne
kinder soͤllind sy an
ehrliche
dienst gethan werden.
Es habend auch fehrners unsere Pfahrrer uff unser
Landschafft disere sonderbare Ordnung und Pflicht uff
sich / wol zugewaren / wo in armen Allmosensgnoͤssigen
hußhaltungen / kinder angetroffen werden / die alters und
lybs-staͤrcke halben / einem ehrlichen Meister dienen koͤnten /
und uff soliches hin zeverschaffen / daß dieselbige nit etwann
in das ellend sich begebind / oder aber dem muͤssiggehnden
Baͤttelwesen nachhaͤngind / sondern zu erleichterung ihrer
armen hußhaltung / an ehrliche Dienst sich verfuͤgen
thuͤgind;
[Note dans la marge de droite :]
Die Pfahrer soͤllen
die Allmosens-enderungen /
flyssig gewahren und
die Pflaͤger dessen
berichten.
Und diewylen durch das gantze JahrPériode : 1 année / in angeregten
Allmosens-gnoͤssigen hußhaltungen / hin und wider mithinzu enderungen fürfallend / dasselbige aber unseren verordneten Allmosens-Pflaͤgeren / wegen daran hangender vilfaltiger muͤhe / arbeit / und kosten nit müglich ist / JaͤhrlichenDurée répétée : 1 année
uff den FruͤhlingPériode : printemps / alles eigentlichen zeerkundigen / und nach
nothurfft zubereinigen / Alß habend Wir unseren Pfahrreren uff unser Landschafft befehlen lassen / und woͤllend
hiemit / daß dieselbigen den angedeuten verenderungen flyssig nachfragen und gewahren / und den bericht darüber er[p. 10]Saut de pagemelten unseren Allmosens-Pflaͤgeren ins gesambt in allen
troͤüwen überschryben;
[Note dans la marge de gauche :]
Die Herren Pfahrer soͤllen
die Allmosens-enderungen nit
selbsten mit
anderen
persohnen
ergentzen
moͤgen / sondern die
Pflaͤger
dessen berichten.
Darby aber keiner von unseren Pfahrreren uff unser
Landschafft nit befuͤgt syn / noch gwalt haben / by fuͤrfallenden derglychen enderungen / und deßnacher erfolgenden ledigen Allmosens stellen / fuͤr sich selbsten andere mangelhaffte
Persohnen / ynzuschryben / und ihnen das Allmosen zeordnen / sondern vil mehr die fuͤrgefallene enderung und ledige
Allmosens-stell geflissenlich abschryben / und nach gemachter Ordnung unsere Allmosens-Pflaͤgere dessen ins gesambt / wie auch der grundtlichen beschaffenheit aller in syner Pfahr befindtlichen armen hußhaltungen / zu syner bestimbten zyt / wahrhafftigklichen berichten / auch daruff gehorsammlichen erwarten / was dieselben hierüber allwegen
erkennen und verordnen werdend:
[Note dans la marge de gauche :]
Die Pfahrer und
Obervoͤgt
soͤllen keine
Baͤttelschyn ertheilen.
In glychem auch sollend alle unsere Pfahrherren zu
Statt und Land /deßglychen auch unsere innere und usseren Obervoͤgt / sich gaͤntzlichen enthalten / über die ertheilung offner verschribner Baͤttelschynen / es seyge gegen
froͤmbden / oder heimbschen Armen / und under was ursachen und fuͤrwand daß immer beschehen thuͦe / wyln soliche
schyn gmeingklichen uͤbel angewendet / und wie Uns die erfahrung gelehrt / gmeinlich gefahr und betrug darmit gebraucht worden.
[Note dans la marge de gauche :]
Die Extra-
ordinari
Changement de police
-
Gottsgaben und
Seckligelt
wird in
troͤüwen
ußgetheilt /
und rechnung daruͤber gehalten.
Alle ExtraordinariChangement de police-Gottsgaaben / so etwann an den
SontagenDurée répétée : 1 semaine / fuͤrnemmlichen aber an den Hochen Faͤsten / und
Baͤttagen gefallend / deßglychen die jenige Allmosen / so an
den besagten Baͤttagen / fuͤr die wuͤrdigen Hußarmen / in
den Kilchen mit dem Secklin uffgesamblet werdend / dieselbigen werdend nit allein so vil müglich / nach eines jeden beschaffenheit und wuͤrdigkeit / fürsichtig ußgetheilt / sondern
auch ein flyssige Rechnung darüber gehalten.
[p. 11]Saut de page
[Note dans la marge de droite :]
Mittel
dardurch
das Allmosen wesen erhalten wird.
Vorbeschribenes nammhaffte und Christenliche Allmosens-wesen / zum trost und hilff der wuͤrdigen Armen / bestaͤndigklichen vorzusetzen / hat obgedachtes unser Allmosen-Ambt oder KlosterOrganisation : / syne sonderbaren gefell und ynkommen / fuͤr sich selbsten / und werdend dann nach fehrners darzu gezogen und verwendt / die jenigen mittel / so von unser
lieben und getroͤüwen Burgerschafft / uß frommen und
gottseligem Yfer / an allen SontagenDurée répétée : 1 semaine / und zu den Hochen
Faͤsten / nach verrichtetem Gottsdienst / in die uffgehebte
Allmosen Secklin / rychlichen und miltigklich gestürt
werden:
[Note dans la marge de droite :]
Geflissene
verwahrung deß
gefallenden
Allmosens / und
überschickung in
das Kloster.
Dises uffgehebte heilige Allmosens-Opffer / wird alßbald uff den Empfang / in eine hierzu verordnete sonderbare Büchs gethan / zu welicher ein jeder Pfahrer in syner
Gmeind den Schluͤssel allein hat / hernacher disere Büchs /
also verschlossen / ohne verzug in unser Allmosen KlosterOrganisation :
überschickt / und so bald müglich / von dem Pfahrrer / oder
Helffer / in bysyn einsse von unseren verordneten Allmosens-Pflaͤgeren / und unserem Allmosen-AmbtsOrganisation : Verwalteren / geflissenlich gezehlt und uffgezeichnet / und dann allwegen zu vier wuchenPériode : 4 semaines umb / an einem Ordinari-Pflaͤgertag / von den gesambten Allmosens-Pflaͤgeren hierüber
spraach gehalten / auch widerumb flyssig verzeichnet / und
darumben gar genauwe und getroͤüwe Rechnung gepflogen.
[Note dans la marge de droite :]
Uffrichtung deß
LazaretzChangement de police
im Sellnauw
Organisation :
und
Weisenhuß am
Oethenbach
Organisation :
.
Uber dises ist auch mengklichem / insonderheit der unseren zu Statt und Land / gnugsammlichen bekannt / mit was
grosser muͤhe / vilfaltiger arbeit / und schwaͤren unkoͤsten /
Wir auch sorgfaͤltigklichen uffrichten lassen / erstens unser
LazaretChangement de police in dem SellnauwOrganisation : / und hernacher unser Weisen-
und Zuchthuß an dem Oetenbach
Organisation :
/ zugerüstet mit allerhand
kommlichen Gemachen und Wohnungen:
[p. 12]Saut de page
[Note dans la marge de gauche :]
In das
LazaretOrganisation : und
den OetenbachOrganisation : sind
anfaͤngklich uffgenommen
worden
froͤmbde
und heimbsche auch
Weißlin.
In disere angeregte Hüser sind anfaͤngklichen / uß
Gottseliger und Christenlicher Erbaͤrmbd und Mitlyden /
uffgenommen und versorget worden / vil Landtsfroͤmbde /
von dem ellenden TeutschenLieu : krieg verjagte / kranckne und
gsunde / junge und alte / Manns- und Wybspersohnen / insonderheit vil arme verlaßne Weißlin / die Wir darinnen
troͤüwlich halten / und ohne underscheid der Religion / mit
aller nothurfft deß lybs und der seelen halben Vaͤtterlichen
versehen lassen.
[Note dans la marge de gauche :]
Uff den
TütschenLieu :
Friden haben die
froͤmbden
Armen /
sich wider
guten theils
heimb begeben.
Nach dem aber durch Gottes gnaͤdige verlyhung / der
TeutscheLieu : Friden wider gebracht worden / haben sich disere
uffgenommene Froͤmbdling / alte und junge / guten theils
widerumb heimb in ihr Vatterland begeben.
[Note dans la marge de gauche :]
Vil sind
noch allhier gebliben / mit denen man
sich gern
geduldet.
Es sind aber auch vil hinder uns gebliben / insonderheit
die Weißlin / mit denen habend Wir uns gern geduldet /
und selbige uff das ehrlichiste / zur Gottsforcht / zur arbeit /
und allem guten anhalten und erzeuhen lassen.
[Note dans la marge de gauche :]
Wann knaben oder
Maͤgdlin /
uß dem
OethenbachOrganisation : sich
hinweg / an
dienst begeben / hat
man dieselben ehrlich ußgesteuert.
Und wann die Knaben / so etwas an diserem Orth erlernet / ihr eigen stuck brot zugewünnen / ihre gelegenheit
wyter zusuchen begehrt / deßglychen auch die Maͤgdlin / so
nach ehrlichen diensten / und sich selbsten zuerhalten / usserthalb getrachtet / habend Wir es gebührend geschehen lassen / und sind darby den einen / und den anderen / zu ihrem nutzen und vorthel / nit allein gar gern befuͤrderlich gewesen /
sondern haben auch dieselben allwegen ehrlich ußstühren /
und nach nothurfft bekleiden lassen; Also daß dieselbigen
bevorab dem lieben Gott / alß dem einigen Erhalter aller
dingen / und dann auch Uns selbsten / umb disere so Vaͤtterliche Erhaltung / mit hertzlicher anwünschung / aller rychen
und gesegneten widervergeltung / von dem Allerhoͤchsten
Gott / hoͤchlichen und deemuͤtig gedancket haben.
[Note dans la marge de gauche :]
Wann
die Weiß|Saut de pagelin der
verburgerten und
Landtleuthen in das
WeisenhußOrganisation : angefangen
worden ufzenemmen.
Wann nun uff erst angedüte wyß / ermelt unser Weisen[p. 13]Saut de pagehuß an dem OetenbachOrganisation : / von dem daryn uffgenommenem
und enthaltenem froͤmbden volck / nach und nach vast widerumb gelediget worden / habend Wir dahin verordnen
lassen / arme Weißlin / von unseren eignen lieben Verburgerten und Landleuthen / und beschicht noch diser zyten / jedoch allwegen derglychen Weißlin / so mit keinem anliggen
deß gemuͤts / ald anderen ohnheilsammen schaͤden deß lybs
behafftet / disere Kinder hat man vor diser zyt Ambtskinder
geheissen / und sind etwann von unseren gesetzten Allmosens-
Pflaͤgeren / an gewüsse Orth / uff unsere Landschafft / umb
ein genanntes Tischgelt: (daß JaͤhrlichenDurée répétée : 1 année sich an kernen
und gelt uff ein nammhaffte Summa erloffen :) verdingt
worden / in der guten hoffnung / selbige aller orthen wol werdind gehalten und erzogen werden;
[Note dans la marge de droite :]
Alß die
Weißlin
an verdingten orthen nit
wol gehalten worden / hat
man sy wider in das
WeisenhußOrganisation : genommen.
Wann aber an vilen orthen daß widrige erfolget / und
Wir mit beduren vernemmen muͤssen / daß soͤliche verdingte Kinder und Weißlin / nit getroͤüwlichen aller orthen gehalten worden / hat es Uns fuͤr gut und rathsamm angesehen / dieselbigen widerumb hinder uns / in unser Weisenhuß
am Oetenbach
Organisation :
zenemmen / und so wol dieselbigen / alß andere Weißlin mehr / so Wir nach demselben uffgenommen
und künfftig wyters uffnemmen werden / darinnen zeenthalten und zeversorgen / inmassen dann sich diser und vorgehender zyten / ein grosse anzahl Vatter- und Muterlosen
Weißlenen darinnen befinden thund.

Disere arme Weißlin alle / werdend an gedachtem Orth
bester massen versorget / da nammlichen die jenigen / so maͤnnlichen Geschlechts / von denen / so wyblichen Geschlechts
sind / absoͤnderlichen wohnend / in gar fynen / kommlichen und
bequaͤmen Gemachen / und weder by tagPériode : le jour / noch by nachtPériode : la nuit / nit
zusammen kommen thund / anderst als in die Schul / zum
Gottsdienst und gemeinen Gebaͤtt.
[p. 14]Saut de page
[Note dans la marge de gauche :]
Underhaltungs-
Mittel deß
WeisenhusensOrganisation : .
Dises unser WeisenhußOrganisation : hat syne subsistenzChangement de police und underhaltung / zum theil uß den von und dahin geordneten
Mittlen / zum theil uß ansehenlichen und nammhafften vergaabungen gottseliger Herren und Matronen / und dann
auch zum theil / von der uffgenommenen kinderen eigner
hand-arbeith / zu deren sy in underschidenlichen zu allerhand
fabriquen geordneten Stuben und Gemachen / fruͤndtlich
und flyssig angehalten werden / Item so wird auch an dises
WeisenhußOrganisation : verwendt / ein theil von dem Allmosen / so wuchentlichDurée répétée : 1 semaine in das Seckli gefallen thut.
[Note dans la marge de gauche :]
Die Weisenkinder /
werden in
spyß und
tranck und
in all ander weg
wol gehalten.
An diserem Orth werden die gedachten Kinder versehen / mit aller nothwendigen und gebührenden spyß und
tranck / und ehrlichen kleideren / under und über / da sy dann
fehrners haben / gut lieb und rath / getroͤüwe abwarth / und
was einem menschen wyters / in gesunden und krancknen
tagen / zu synes lybs gezimmendem uffenthalt von noͤthen.
[Note dans la marge de gauche :]
Das WeisenhußOrganisation : hat
synen eignen beeidigten hußvatter / und
gute ordnungen.
Wyters ist auch über disere uffgenommene Kinder /
und über unser gantzes WeisenhußOrganisation : gesetzt ein getroͤüwer
Hußvatter / versehen mit vorgeschribnen gottseligen und
nutzlichen Ordnungen / zu denen Er mit thürem Eyd verbunden / jedoch auch alles under der geflissenen Ufsicht
und InspectionChangement de police unserer verordneten Allmosens-Pflaͤgeren.
[Note dans la marge de gauche :]
Zuerhaltung der
Allmosens
Ordnungen muß
abgeschaffet werden /
was denselben widrig.
[Note sur la page suivante :]
Erstes
mittel zu
erhaltung
diser ordnung / die
Profosen.
Glych wie aber demnach einem jeden verstaͤndigen nit
verborgen / daß alle und jede gute Satz- und Ordnungen
nit bestehen / noch vollzogen werden moͤgen / es werde dann
mit allem yfer und ernst / daß jenige observiert und gehalten /
was zur subsistenzChangement de police derselbigen dienstlich und bequaͤm / und
hingegen abgeschaffet alles daß jenige / dardurch soliche
zerruͤttet und zerstoͤrt werden koͤnnen; Also koͤnnen Wir
über vorbeschribne unsere Christenliche / nutzliche und hochnothwendige Allmosens-Ordnung / so Wir eintzig und [p. 15]Saut de page
allein wegen der rechtwuͤrdigen Armen / uß treffenlicher
Oberkeitlicher fürsorg / und recht Vaͤtterlicher Wolmeinung angesehen / keine andere gedancken auch nit haben /
dessentwegen damit Wir dieselbige / in gutem wesen und bestand erhalten moͤgind.
So habend Wir hiebevor zu dem
fordersten Mittel angesehen / die Ordnung der Profosen /
die Wir dann noch dißmalen hierzu gar bequaͤm und hochnothwendig befindend / und obgleichwolen Wir derselbigen
pflicht und schuldigkeit / hiebevor gar umbstaͤndtlich und
wytloͤüffig in offnen truck bringen lassen1 / nüt destoweniger
fuͤr gut erachtet / derselbigen innhalt / umb so vil es diser jetzigen zyten beschaffenheit erforderet / allhier substantzlich zu
widerholen und zeerneüweren.
[Note dans la marge de droite :]
Die Profosen sollend den
gantzen
tag geflissen umbhin
gahn.
Und benanntlichen so woͤllend Wir / daß die bestellten
Profosen in unser Statt und Landschafft / von dem fruͤhen
morgenPériode : le matin an / biß uff den abend spathPériode : le soir / ein jeder synen bestimbten Zirck geflissenlichen durchgahn / und ohnverdrossene uffsicht halten sollen / uff alles und jedes volck / so sy antreffen
thund / und sehend dem offnen Gassenbaͤttel nachzuziehen /
es seygen junge / oder alte / froͤmbde / oder heimbsche;
[Note dans la marge de droite :]
Die Profosen sollen
die unheimmschen Armen uff der
Landtschafft /
vom Baͤttel abmahnen.
[Note sur la page suivante :]
Die Arme uff der
Landschafft / soͤllen ihre
noth den
Pfahreren
und Vorgesetzten
der gmeind
klagen.
[Note sur la page suivante :]
Die Profosen / soͤllend daß
gutzlen und
gylen bey
den gaͤtteren abstellen.
Treffend sy an von unseren ynheimbschen Armen / so
sich an den ohnverschambten Baͤttelstab gelassen / aller ehrlichen arbeit sich abgethan / und hin und wider uff unser
Landschafft von einer Gmeind zu der anderen herumb zeuhend / so sollen die bestellten Profosen / denselbigen dises
umbhinlauffen und baͤttelwesen keines wegs gestattnen /
noch zulassen / sondern ihnen mit ernst anzeigen / daß Wir
soliches gantz und gar nit woͤllind lyden / sondern einen
jeden und jede zu ehrlicher Arbeit gewisen haben / im fahl
aber ihre arbeit und verdienst / nit der ertragenheit were / deßnacher sy sambt den ihrigen ihre underhaltung und nahrungs-Mittel gehaben moͤchten / soͤllend sy sich hieruͤber [p. 16]Saut de page
anmelden by ihren Pfahrreren und Vorgesetzten der Gemeind / darinnen / sy wohnend / die dann wüssen werden / nach
vorbeschribner unser gemachten und styff-haltender Allmosens-Ordnung / ihnen selbsten zu rathen und zu helffen / oder
aber unsere geordnete Allmosens-Pflaͤgere / der sachen hochen nothwendigkeit zuberichten / und deroselben mitlydigen Neigung / ohnußblyblicher hilff und handreichung gegen den rechtwürdigen Armen gebührend erwarten: In
glychem sollen auch die bestellten Profosen / geflissene achtung haben / uff das beschwaͤrliche und ohnanstaͤndige gutzlen und gylen der kinderen by den gaͤtteren / in den Flaͤcken
und Doͤrfferen gegen ehrlichen durchreisenden persohnen /
sy nammlichen hievon fründtlich und ernstlichen abzemahnen / auch ihren Elteren / ein glyches gegen ihnen zethun /
die nothurfft zuzesprechen.
[Note dans la marge de gauche :]
Die Profosen soͤllen das
froͤmbde
Baͤttelgsind heim
in ihr
Vatterland wysen
Treffend aber die bestellten Profosen / uff unser Landschafft an / froͤmbdes Baͤttelgesind / sy sygen ussert / oder innert dem RhynLieu : daheimen / so sollen sy dieselbigen / einen jeden und jede / nach angestellter unser Ordnung fyn bescheidenlich / sambt aller ihrer haab / in ihr heimath und Vatterland wysen / darinnen sy sich by diseren fridlichen zyten / zuernehren wol werdind wüssen / oder aber ihre eigne Oberkeiten umb hilff und handreichung anzuruͤffen und zubitten /
und also unsere Gericht und Gebieth / ihrethalben ruͤhwig
und ohnbelaͤstiget verbleiben moͤgind; Mit der fehrneren
heiteren anzeigung / im fahl sy sich / durch disere erstmalige
und fründtliche heimbwysung / nit wurdend warnen lassen /
sondern sich in unseren Landen und Gebiethen / ohngehorsam widerumb antreffen / finden / und durch ihres überlaͤstige Baͤttelwesen / den unseren wyters beschwaͤrlich syn / wurde man sy nacher ZürichLieu : fuͤhren / und daselbsten in gefangenschafft oder dem SchellenwerchOrganisation : / zu harter arbeit an [p. 17]Saut de page
halten / oder in andere weg / gegen ihnen / mit erforderlichem
ernst verfahren.
[Note dans la marge de droite :]
Die Profosen sollen
insonderheit wol
gewahren /
uff die
gottlosen
landstrycher /
so das
land beschwerend /
mit Zauberkünsten / falsch
gwicht und
maͤß / mit
boͤsen erblichen
kranckheiten /
[Note dans la marge de droite :]
mit bschißwerch und
dieberey.
[Note dans la marge de droite :]
Man sol
den Profosen wider sölche lüth
hilf leisten.
Bevorab aber sollen die bestellten Profosen uf unser
Landschafft / eine genauwe und flyssige achtung haben / uff
daß sehr beschwaͤrliche / muͤssiggehende und gottlose Landstrycher gesind / weliche das Land beflecken / mit allerley
zauberwerck / verbottnen künsten und anderen grewlen noch
mehr; Weliche mit allerley list und raͤncken suchend / den
ehrlichen Landtmann / mit fauler wahr / auch falschem
gwicht und maͤß zebetriegen / Item auch unseren Underthanen / uͤber alle massen beschwaͤrlich und uͤberlegen sind /
mit beherbergen zu tagPériode : le jour und nachtPériode : la nuit / auch vil malen mit ohnflaͤtigen / boͤsen / erblichen kranckheiten und anliggen / darmit sy behafftet / zu grossem schaden viler ehrlicher hußhaltungen / darvon Uns mithin-zu leidige exempel fürkomend / vor denen auch uͤber dises nuͤtzid sicher / sondern was
sy immer koͤnnend und moͤgend verstaͤhlend / und hernacher
alles daß jenige / was sy mit derglychen verbottnen mittlen /
beschißwerch und dieberey / sambt ihrem ohnverschambten
Baͤttelwesen uͤberkommend / hinwiderumb gottloser und
muͤssiggehnder wyß verzehrend / mit grosser veraͤrgerung
viler frommer lüthen / die soliches etwann selbsten sehend;
Dises gottlose gsind und Baͤttelvolck / soͤllen die bestellten
Profosen / mit grossem ernst / uß unseren Landen abschaffen /
und uff erzeigende widersetzlichkeit / selbige gefaͤnglich und
wolverwahrlich allharo zu unseren handen uͤberlifferen /
umbe gegen denselbigen / alß widerspenigen und ungehorsammen / den erforderlichen Oberkeitlichen ernst fuͤrzunemmen / da dann mengklicher der unseren hierby ermahnet syn
solle / bemelten unseren Profosen / uf erforderung / gegen diserem gottlosen gesind / alle nothwendige hilff zuleisten / oder
es moͤchte sich / diser gottlosen lüthen halben / so starck woͤllen [p. 18]Saut de page
schwellen / und derselbigen so vil in das Land sich lassen / so
sollen dannzemalen die Dorffwachten2 widerumb angestellt /
und dieselben mit grossem ernst uß dem Land vertriben
werden.
[Note dans la marge de gauche :]
Die Profosen sollen
gegen denen / so sich
fuͤr vertribne Edellüth /
Studenten / Schulmeister / etcAbréviation
ußgeben /
gewahrsam verfahren.
Under eben dises beschwaͤrliche Baͤttel- und Landstrycher gesind / sind auch zurechnen die jenigen / weliche under
dem schyn vertribner Edellüthen / Studenten / Schulmeisteren / Handtwerchsgesellen / auch Brunstgeschaͤdigten
und derglychen lüthen / sich in das Land lassend / darhinder
aber mehrentheils grosser betrug erfunden wird; Gegen
dergleichen volcks / sollen die bestellten Profosen gwahrsam
und bescheiden verfahren / und dieselbigen mit ExaminierenChangement de police
und befragen wol erkundigen / und erst hernacher uff befindenden boͤsen verdacht / gegen denselbigen den erforderlichen
ernst fuͤrnemmen / damit nit etwann im widrigen / durchreisende ohnschuldige leuth / gegen denen man sonsten alle bescheidenheit erzeigen solle / under diserem Schyn auch angetastet werdind.
[Note dans la marge de gauche :]
Die Profosen sollen
in der Statt
auch den
gantzen
tagPériode : le jour geflissen umbhin
gehen.
Was dann die Pflicht und Obligenheit der Profosen
in unser Statt anbelanget / so muͤssen und soͤllen sy auch
taͤglichenDurée répétée : 1 jour / von dem fruͤhen MorgenPériode : le matin an / biß an den AbendPériode : le soir /
ihren geordneten und bestimbten bezirck geflissenlich durchzeuhen / und was sy für volck antreffend / so dem Baͤttel
nachstrychend / sy sygen froͤmbd / oder heimbsche / dieselbigen
sollen sy / in unser Allmosen-AmbtOrganisation : fuͤhren / und von unserem
Obmann daselbsten gegen ihnen dergestalten verfahren
werden;
[Note dans la marge de gauche :]
Die froͤmbden soͤllen
in dem Allmosen flyssig erkundiget werden.
Erstlichen / die froͤmbden flyssig / bescheidenlich und
grundtlich ihres harkommens / thuns und lassens halben er
kundigen / und nach befindenden dingen / wo kein klag / ald
boͤser argwohn hinder ihnen gefunden / noch verspürt wird /
ihnen mit darreichung etwas brots und gelts hilfflich ze[p. 19]Saut de pagebegegnen / hernacher dieselbigen durch die Profosen / nach
der angestellten Ordnung / zu der ersten Wacht fuͤhren / in
ihr heimath und vatterland wysen / und fehrners ihnen anzeigen lassen / wann sy wyters in unser Statt / oder uff der
Landschafft angetroffen wurden / alßdann sy allen Oberkeitlichen ernst darüber nach nothurfft zugewarten haben
soͤllind.
[Note dans la marge de droite :]
Die ynheimbschen
soͤllen in
dem Allmosen auch
wol erkundiget werden / und
nach beschaffenheit gegen
ihnen verfahren.
Demnach unser eigenes Landvolck / so dem offenen
Gassenbaͤttel auch nachzühend / ihres nammens / heimaths
und wesens halber / glychfahls wol und grundtlich ußfragen und erkundigen / und by welichen sich die wenigste anstalt / der ohnwahrheit und betrugs herfuͤr zeigte / selbige in
dem OetenbachOrganisation : verwahrlich uffbehalten3 / biß uff erfolgung schrifftlich erhollenden berichts / by den Pfahrherren /
wie es der ein und anderen Persohn halber beschaffen / und
über weliche sich betrug und ohnwahrheit erfunde / gegen
denen die gebührende straff / und ernstliche abmahnung von
disen dingen / fuͤr das künfftig fürgenommen / gegen den anderen aber / nach beschaffenheit ihres mangels und würdigkeit / hilfflich verfahren werden.
[Note dans la marge de droite :]
Das Mittel flyssiger
erkundigung und
gebruchten
ernst / ist
vilmalen
nutzlich gewesen.
Inmassen dann / durch dises zun zyten fuͤrgenommenes
Mittel es sich erscheint / daß soliches ohnverschambte Baͤttelvolck / deß begehrten Allmosens / weder mangelbar / noch
würdig / sondern allein freffne zerstoͤhrer und zerrütther /
Unser so wol angesehner nutzlicher und guter Allmosens-
Ordnung gewesen / und darby auch mengklichen / der ihnen
by den hüseren und laͤden / uß vermeinter gutmuͤthigkeit /
das Allmosen gegeben / mit dem ohnwürdigen empfang desselben übel betrogen habend.
[Note dans la marge de droite :]
Die Pfahrer und Predicanten / sollen uff |Saut de pageund nebent
der Cantzel / mengklichen disere Ordnung / mit
guten gruͤnden wol
belieben.
Für das andere Mittel / vorgedachte unsere heilsamme und gute Allmosens-Ordnung / in ihrem bestand und
wesen zeerhalten / befinden Wir gar gut / daß unsere Predi[p. 20]Saut de pagecanten zu Statt und Land / das ihrige hierby auch thuͤyind /
und so wol uff / alß nebent der Cantzel / Item auch mit sampt
den fuͤrgesetzten by den stillstaͤndenOrganisation : / und wo es fehrners die
gute gelegenheit geben mag / diß unser Ansehen und Ordnung / den unseren zu Statt und Land / mit guten gründen
wol zu verstahn gebind / insonderheit mengklichem erinnerlich fuͤrstellind / was gestalten der offne Gassenbaͤttel / in unser Statt / auch zum hoͤchsten verbotten / und daß ußhinwerffen deß Allmosens / by den hüseren und laͤden / gentzlichen abgestrickt / aso ein jeder und jede / nit allein vergebenlich durch
die Statt lauffen / sondern noch in ohngelegenheit / oder gar
in verhafftung kommen moͤchte / nit zwyflende jedermengklicher der unseren / uß wahrhafftiger befindtnuß / daß alles
zu trostlicher versorgnuß der recht würdigen Armen / in
troͤüwen gemeint / ihme dasselbige auch wol und gehorsammlichen belieben lassen werde.
[Note dans la marge de gauche :]
Die Herren DecaniChangement de police
sollen by
den visitationenChangement de police, die
observantz
diser Ordnung auch
befürdern.
Und damit von unseren Predicanten uff unser Landschafft / hierinnen umb so vil minder verabsumbt werde / so
sollen die DecaniChangement de police, in ihren halbjaͤhrigenDurée répétée : 6 mois VisitationenChangement de police, diser
sachen auch wol gewahren / und ein jeder gegen synen CapitularenChangement de police, sich dahin bearbeiten / allen muͤglichisten flyß
und yfer anzuwenden / daß disere unsere so heilsamme Ordnung nit underbrochen / ald in einichen weg yngeloͤcheret
werde.
[Note dans la marge de gauche :]
Samblung
deß Allmosens durch
das Seckli / auch ein
Mittel
zum bestand diser
Ordnung.
Nit weniger befindend Wir / zu uffrecht-behaltung unsers wolangestellten Allmosens-wesens / fuͤr das dritte Mittel / auch gar gut und dienstlich syn / die Samblung deß heiligen Allmosens / vermittelst ufhebung deß Secklis / in den
Kilchen / alß ein stuck deß rechten und wahren Gottsdiensts /
wie es in unser wahren Christenlichen Kilchen / wol und loblich harkommen und gewohnt ist / und darzu Wir mengklichen der unseren / zu mitlydenlicher ertheilung / syner hand[p. 21]Saut de pagereichung an diserem Orth / fründtlich ansinnen und ermahnen lassend.
[Note dans la marge de droite :]
Erinnerung an
die Gmeinden / wegen
zusammenschusses /
zu Ernd
und HerbstzytenPériode : automne.
In glychem lassend Wir auch / mengklichen der unseren /
in den Gmeinden hin und wider / fruͤndtlich ermahnen und
ansuchen / zu fortsetzung deß Christenlichen und ruhmlichen
Zusammenschusses / zu Ernd- und Herpsts-zytenPériode : automne / an wyn
und fruͤchten / wie es bereits an vilen orthen / loblichen angefangen / und wo es noch nit angesehen were / daß es auch beschehen thuͤye / wylen hierdurch die würdigen Armen und
duͤrfftigen / trostlichen erfreuͤwt und erquickt werden / und
eben diser Vorschuß / ihren eignen Gmeindsgnoͤssigen Armen / zu nutz und gutem kommen thut.
[Note dans la marge de droite :]
Gute versorgnus
der Kilchen-Guͤteren / auch
ein Mittel
fuͤr disere
Ordnung.
Und diewylen fehrners fuͤr das Vierte / mehrangeregte unsere Allmosens-Ordnung / bestaͤndigklichen vortzusetzen / und zuerhalten / sehr behuͤlfflich und ersprießlich
ist / der rechte gebrauch und getroͤüwe versorgnuß / der hin-
und wider sich befindtlichen Kilchen-Guͤteren / so auch fuͤr
die Armen / fuͤrnemmlichen gestifftet und geordnet / derenthalber hocherforderlich / und auch unser Oberkeitliche will und
meinung ist / daß an allen Orthen / unserer Grichten und
Gebiethen / soliche Kilchen- und heilige Guͤter / durch fromme / verstaͤndige und wol bemittlete Maͤnner verwaltet / alle
ohnnothwendige ußgaaben abgeschaffet / besonders by ableggung der Rechnungen / mit den Rechenschillingen oder
Sitzgelteren und anderem / uff das sparsammeste verfahren / die JaͤhrlichenDurée répétée : 1 année gefallende Zinß und ußstehende Restantzen / in syner rechten und erforderlichen zyt / yngezogen
werden soͤllind: Hingegen uff das gwahrsammeste verfahren werden / daß von diseren Kilchen-Guͤteren / liederlichen und ohnhußlichen lüthen / uff geringe und schlechte
Pfandtschafften nuͤtzit gelihen / deßnacher boͤse / ohnflüssige
schulden gemachet / und den wuͤrdigen und frommen Ar[p. 22]Saut de pagemen / die miltryche Hilffshand / nach erhoͤuͤschender noth
umb so vil minder gebotten werden koͤnne; Wann aber je
soͤliche Kilchen-Guͤter / ein- ald anderen Orths / dergestalten beschaffen waͤrend / daß man darvon etwas ußlyhen
koͤnnte / sol es zwahren moͤgen beschehen / allein uff gute und
gnugsamme Pfand / und bevorab mit sorgfalt und vorwüssen unser jewyligen Obervoͤgten / Pfahrers und Vorgesetzten einer jeden Gmeind: Und damit unsere jewylige verordnete Allmosens-Pflaͤger / alß von Uns gesetzte
ordenliche InspectoresChangement de police aller Kilchen-Guͤteren / zu ihrer
nachrichtlichen verhaltung / alle grundtliche wüssenschafft
gehaben moͤgind / wie es aller Orthen unserer Landschafft /
mit den Kilchen-Guͤteren / von zyt zu zyten beschaffen und
hargahn thuͤye / so sollen alle und jede unsere Pfahrrer / uff
unser Landschafft / nach gemachter ruhmlicher Ordnung /
dessen eine Rechnung alle JahrDurée répétée : 1 année / by abholung der Winterkleideren / ihnen unseren Allmosens-Pflaͤgeren ohne fehl
zustellen und uͤberantworten; Und damit soliches / von
ihnen den Pfahrreren / geflissenlich und gehorsammlich beschehen moͤge / so thund Wir hiemit unere Obervoͤgt /
Landtschryber / und die Kilchen-Pflaͤger / uff das ernstlicheste vermahnen / die Kilchen-Rechnungen in syner ordenlichen und gebührenden zyt abzuleggen und zu geben.
[Note dans la marge de gauche :]
Ohnentbaͤhrliches
mittel zum
bestand diser Ordnung / die
enthaltung
deß Allmosen gebens
by den hüseren und
laͤden.
Endtlichen aber / für das Fünffte / Wylen die erfahrung Uns von zyten zu zyten / ohnwidersprechenlich an
die hand gegeben / daß mehrgedachte unsere Allmosens-
Ordnung / weliche / alß vorstath / eintzig und allein uff die
versorgnuß der recht würdigen Armen / und hingegen uff
wuͤrckliche abschaffung / deß ohnverschambten Gassen-baͤttels gerichtet / ihres wesen und bestand niemalen überkommen / noch erreichen moͤgen / alldiewyln unsere gemeine liebe
Burgerschafft / sich deß ußhinwerffens by den hüseren / und [p. 23]Saut de page
Allmosens-ertheilung by den Laͤden / sich nit gemuͤssiget und
enthalten / und zubesorgen / daß es fehrners also ergehen
moͤchte; So habend Wir nit umbgehen koͤnnen / mengklichen unserer lieben verburgerten / sambtlich und insonderheit / abermalen ernstlich / beweglich / und zum treffenlichisten zeermahnen / erinneren und zeverwahrnen / daß sy
doch / vorbeschribne unsere so nutzliche und ersprießliche Allmosens-Ordnung / ihrer Burgerlichen pflicht und schuldigkeit gemaͤß / auch gebührend beobachten / und durch wytere und fehrnere Allmosens-ertheilung / by den hüseren und
laͤden / nit widerumb undertryben / zerrütten und verstoͤhren
thuͤynd;
In ansehung soliche Allmosen / wahrhafftigklichen keine rechte Allmosen / noch werck der Liebe nit sind / und hiemit auch vil besser / daß soͤliche uff disere wyß zeertheilen
underlassen werdind / dann sy gmeinklichen von den unwürdigen empfangen werden.
[Note dans la marge de droite :]
Erster
grund wider den Gassenbaͤttel.
Dann Erstens spricht der Allerhoͤchste Gott selbsten
zu synem alten Jüdischen volck / im 5. buͦch MosisPersonne : am
15. Capitel;4 Daß kein armer under ihnen syn
solle; Wordurch aber nit die recht würdigen Armen verstanden werden / sondern soͤliche Arme / so dem offnen Gassen-baͤttel nachzühend / und sich in den muͤssiggang lassend / hiemit soͤllen derglychen lüth under Uns auch nit
syn; Und ob glychwoln / von guthertzigen gmuͤtheren etwann yngewendet worden / daß zu den zyten Christi sich
auch Baͤttler befunden und erzeigt habind / So ist doch
hingegen zuwüssen / daß dozemalen das Jüdische Policey- und Regiment-wesen / nit mehr in synem flor gestanden / sondern abgegangen / und also in allem / hiemit auch in
dem Allmosen-wesen / kein ordnung mehr gehalten worden.
[p. 24]Saut de page
[Note dans la marge de gauche :]
Anderer
grund wider den
Gassenbaͤttel.
Demnach hat der Wyse Mann SyrachPersonne : in synem
buͦch am 41. Capitel / deß Baͤttlens halber disere nachdenckliche erinner- und vermahnung hinder ihme gelassen:5
«Myn kind begib dich nit uff das Baͤttlen ; Es
ist besser sterben dann Baͤttlen»
Changement de police
/ wordurch er auch
anders nützit / alß das herumbschweiffende muͤssiggehende
Baͤttlergsind verstanden.
[Note dans la marge de gauche :]
Dritter
grund wider den
Gassenbaͤttel
Fehrners spricht unser liebe Heiland in dem Noͤüwen
Testament MattheiPersonne : am 6. Capitel:6 «Habend acht uff
eüwer Allmosen / daß ihr es nit gebind vor den
lüthen / von ihnen gesehen zuwerden / dann ihr
habend keinen lohn darvon / von eüwerem Vatter im himmel»
:
Changement de police
Wordurch er anduͤthen wil / daß die
ertheilung deß Allmosens / solle geschehen in der stille / und einicher schyn deß ruhms und ansehens / darunder gantz nit
gesucht werden / das Allmosen aber by den hüseren und faͤnsteren / auch uff der gassen by den gaͤden und laͤden / ist nit
in geheim / sonder ein offenbares ding / und kan hiemit nach
gedachter Meinung unsers Heilands / fuͤr kein recht und
angenehmes Allmosen / sondern wo nit durchgehnd / jedoch
meistentheils / fuͤr ein schynhaͤlligkeit gehalten werden.
[Note dans la marge de gauche :]
Vierter
grund wider den
Gassenbaͤttel.
ChrysostomusPersonne : ein Alter Kirchenlehrer / wahrnet auch /
daß man den umbschweiffenden offnen Gassen-baͤttel nit
gedulden soͤlle / mit denen worten: «Die Traͤgen und
Fulen erhalten wir nit / sonder ermahnen sy
zur arbeit / sich und die ihrigen zuerhalten;
Oder wer koͤnte doch gestatten / daß das gelt /
weliches dem Herren Christo dargegeben werden sol / verzehrt werde / von denen / so den Nam[p. 25]Saut de pagemen deß Herren laͤsteren?»
Changement de police
7 Weliches eben die jenigen sind / so dem muͤssiggehnden Baͤttel nachhangen / und
was sy dardurch den würdigen Armen ablauffen / und
glychsam abstaͤhlen koͤnnend / ohnnützigklich / muthwillig und
gottloß verzehrend.
[Note dans la marge de droite :]
Fünfter
grund wider den
Gassenbaͤttel.
So lesend wir auch in der Kirchenhistori / daß AtticusChangement de policePersonne :
ein Bischoff / einem Eltesten zu NiceaLieu : / mit nammen CaliopioPersonne : Changement de police, 300 gold-CronenUnité monétaire : 300 écus/couronnes or geschickt / mit einem brief / in
welichem er Ihme befilcht / daß er dieselbige solte under die
Armen ußtheilen / aber nit die / so deß baͤttlens gewohnet /
und den baͤttel-sack fuͤr ihre Handthierung / und die eintzige
uffenthalt ihres lebens hieltend / sonder vilmehr die sich
desselbigen schaͤmeten.8
[Note dans la marge de droite :]
Sechster
grund wider den
Gassenbaͤttel.
Item sagt auch der heilige AugustinusPersonne : / daß das Allmosen nutzlicher den boͤsen abgeschlagen / dann gegeben werde: EpistEpistula 489
Und der Griechische Poet PhocillidesPersonne : Changement de police in synem Gedicht:
«Gibst du dem boͤsen von dym guͦt
So saͤyest dyn korn auff Meeres flut.»
10
Woruß abermalen abzunemmen / daß der offne Gassen-baͤttel jederwylen abgethan gewesen / und wer soͤlichen
offnen Gassen-baͤttleren hilff und handreichung gethan /
derselbige von dessentwegen nit andrist geachtet worden /
alß wann Er syn vermeintes Allmosen / in den See hinußgeworffen hette.
[Note dans la marge de droite :]
Sibender
grund wider den
Gassenbaͤttel.
In glychem vermeldet auch / der Wyse Heid PlatoPersonne : /
daß kein Baͤttler in unser Statt syn solleChangement de police; Darby er den verstand hat / allwo in einer Statt vil Baͤttler sygen / darinnen habe und uͤberkomme man auch / vil dieben / Kil[p. 26]Saut de pagechen-Roͤüber / Moͤrder / und derglychen schoͤlmen gsindts
noch mehr.11
[Note dans la marge de gauche :]
Achter
grund wider den
Gassenbaͤttel.
Wyters schrybt PlutarchusChangement de policePersonne : , auch ein Wyser Heid /
von einem Griechen / daß derselbige zu einem Baͤttler / der
ein Allmosen von ihme begehrt / geredt habe; «Wann ich
dir gebe / so wurdestu noch ein groͤsserer Baͤttler /
und der jenige / ist dynes schandtlichen lebens ein
ursach / der dir zum ersten gegeben / und dich zu
einem soͤlichen lumpen gemachet.»
Changement de police
12
[Note dans la marge de gauche :]
Nünter
grund wider den
Gassen
baͤttel.
Zu deme / hat man auch von den alten har / disere nachrichtliche lehr / daß man dreyerleyQuantité : 3 lüth in einer Statt nit
gedulden solle / damit selbige nit inficiertChangement de police werde; namblichen
abgestorbne Lychnamm / ußsetzige und gesunde
starcke Baͤttler.
Changement de police
[Note dans la marge de gauche :]
Zehender
grund wider den
Gassenbaͤttel.
Und dannethin lehrt und zeiget einem jeden auch / die
angeborne vernunfft und verstand / daß durch das ußhinwerffen deß Allmosens / by den haͤuseren / und desselben ertheilung by den Laͤden / der Baͤttler nur herzu gelocket / und
je mehr und mehr gepflantzet wird / dann so lang man ihme
gibt / so lang verlaßt er sich daruff / und verblybt immerzu
ein baͤttler / nit allein fuͤr sich / sondern zeucht auch darzu syne
kinder / da hingegen / wann er abgewisen wird / so trachtet er
sonsten sich ehrlichen zuerhalten / oder wann es ihme nit müglich / so sol er syn noth und armuth / vorderist synem Pfahrer und vorstaͤnderen der Gmeind / darinnen er daheimen /
gebührend eroffnen / und by denselben hilff suchen / oder aber
mit ohnparthygischem schrifftlichem schyn / von denselben
vor unseren geordneten Allmosens-Pflaͤgeren erschynen /
und umb handreichung bitten / die dann allwegen mengklichem mit hilff und rath / nach beschaffenheit der sachen begegnend.
[p. 27]Saut de page
[Note dans la marge de droite :]
Erinnerung daß
die Allmosens ertheilung bey
den haͤuseren seige.
[Note dans la marge de droite :] Ein Schynhelligkeit /
und Zerruͤttung der
guten Allmosens
ordnung.
[Note dans la marge de droite :]
Deßwegen maͤngklicher sich
dessen enthalten solle.
Also sind Wir uff daß hin / deß ohnzwyffenlichen versehens / sittenwylen ohnlaugbahr und offenbahr / daß unsere
Allmosens-Ordnungen / inmaassen vorstath / zu gutem der
Rechtwürdigen Armen / treffenlichen wolbestellt und angesehen / und hingegen nach aller nothurfft dargethan und
erscheynt worden / daß die Allmosens ertheilung by den Laͤden / auch das ußhinwerffen desselben by den haͤuseren / obglychwolen es von mitlydigen hertzen und gemuͤtheren /
auch gar gut gemeint ist / nüt destoweniger kein rechtes Allmosen nit seyge / sondern vilmehr ein schynhelligkeit / und
im grund der wahrheit / ein rechtes verderbliches mittel / angeregt unsere gute Allmosens-Ordnungen / zu undertryben / unnuͤtz zemachen / und gaͤntzlichen zeverstoͤren / es werde von dessentwegen / jedermaͤngklicher der unseren zu Statt
und Land / unser hoch-Oberkeitliche sorgfalt / so wir zu
trost / und müglichister versorgnuß / als angedüth / zu den
Rechtwürdigen Armen haben und tragen / wolbehertzigen /
und ihme belieben lassen / allem deme nachzekommen / was
zu uffrecht behaltung / unsers Allmosen-Wesens und Ordnungen gereychen und dienen mag / hingegen aber deß Allmosen gebens / by den haͤuseren und Laͤden / sich gaͤntzlichen
muͤssigen und enthalten / wylen dardurch alle gute Ordnung und anstalt deß Allmosens halber / uͤberal widerumb
uffgehebt und zu grund gerichtet wird.
[Note dans la marge de droite :]
Erinnerung umb
sovil rychlicher in
das seckli
zu leggen.
Inmittelst aber / wie wir dessen gar gute hoffnung haben / und auch jedermaͤngklichen der unseren / darzu fründtbeweglichen ermahnen lassen / so woͤlle ein jeder syn Christenliche mitlydigkeit und Allmosens-hilff / alß ein gutes /
und Gott dem Herren gar angenehmes werck / desto rychlicher in das seckli legen / und darby versicheret syn / daß
soͤliches ordenlich / sorgfaͤltig / geflissen und mit grossen [p. 28]Saut de page
troͤüwen / an die Rechtwuͤrdigen Armen gereicht und verwendt werden.
[Note dans la marge de gauche :]
Anleitung
wer nebent dem
seckli Allmosen etwas fehrners thun
wolte.
Und im fahl jemandts were / der nebent dem gewohnlichen seckli-Allmosen / so alle SontagDurée répétée : 1 semaine / nach verrichtetem
Gottsdienst am morgenPériode : le matin in der Kilchen gesamblet / und ein
jeder daryn legen kan und mag / was ihme beliebt / etwas
fehrners fuͤr geheime arme Hußhaltungen / fuͤr durchreisende Armen / fuͤr Handtwercks Gesellen / fuͤr kranckne /
oder andere dürfftige persohnen / etwas sonderbars darreichen und geben wolte / derselbige kan es auch thun / eintweders selbsten / durch geheime überschickung in die herbergen und behusungen / wo es syn kan / oder aber auch vermittlest deß secklis / in einem papyr / mit daruffzeichnung
syner meinung / wie und wohin Er es begehre anzuwenden / und auch darby gewüß und sicher syn / daß soͤliches
alles nach jedesse begehren und meinung / an syn gehoͤriges
orth / in allen troͤüwen kommen und gereicht werden solle.
[Note dans la marge de gauche :]
Im samblen
und ußgeben / deß
Allmosens
wird grosser flyß und
troͤüw gebraucht.
Einmalen / wylen das liebe Allmosen / ein heiliges werck
und ein stuck deß wahren Gottsdiensts ist / so ist hoch vonnoͤthen / daß mit ynsamblung desselben gehalten werde / vorbeschribne gute und Christenliche Ordnung / und dann mit
wider ußtheilung desselben verfahren / nach der liebe / fuͤrsichtig / in der forcht Gottes und mit grossen troͤüwen / wie dann /
Gott lob / unsere geordnete Allmosens-Pflaͤger / sich dessen
üsserist beflyssen und bearbeiten thund.

Weliches alles / und was wegen unsers Spitahls-Huses zu St. JacobOrganisation : / und unsers Sondersiechenhuses an der
Spanweid
Organisation :
/ noch mehr wytloͤüffig ußzufuͤhren were / haben
wir es wegen nit befundener nothwendigkeit / by diser kurtzen andütung einfaltig verblyben lassen woͤllen.
[Note dans la marge de gauche :] Beschluß.
Der grosse miltryche und erbarmende Gott / woͤlle un[p. 29]Saut de pagesers geliebte Vatterland / und uns in demselbigen sambtlichen / nach fuͤrbas in geist- und lyblichen Friden wol erhalten / und uns fehrners mit gesunden / fruchtbaren und gesegneten Zyten / und Jahrgaͤngen gnaͤdigklichen segnen
und benedeyen / damit der fromme und recht würdige
Arme / wyters aller Christenlichen liebe nach betrachtet /
miltrych getroͤstet / und in syner noth und anliggen hilfflichen erfroͤüwt werden moͤge.
E N D E.

Annotations

    1. Hier wird auf die Profosenordnung von 1636 Bezug genommen (SSRQ ZH NF I/1/11 18-1).
    2. Vgl. zum uneinheitlichen Quellenbegriff «Dorfwachen»: Ebnöther 2013, S. 208 und Züsli-Niscosi 1967, S. 123-125.
    3. Das Zucht- und Waisenhaus Oetenbach bestand seit dem Jahr 1637 (vgl. Bettlermandat von 1631: SSRQ ZH NF I/1/11 16-1). Schon im April des Jahres 1662 wurde jedoch die Zuchthausabteilung wieder aufgelöst (vgl. Mandat betreffend Aufhebung der Zuchtstube von 1662: StAZH III AAb 1.4, Nr. 74; Wälchli et al., Täufer, S. 39-40).
    4. Hier wird auf die Bibelstelle Deuteronomium 15,4 verwiesen.
    5. Hier wird die Bibelstelle Sirach 40,29 wiedergeben.
    6. Hier wird die Bibelstelle Matthäus 6,1 wiedergegeben.
    7. Diese Quelle kann nicht nachgewiesen werden (vgl. Edition: Zürcher Kirchenordnungen, Bd. 2, Nr. 352, S. 1157, Anm. 11).
    8. Hier wird auf die Kirchengeschichte des Socrates ScholasticusPersonne : verwiesen (Socrates Scholasticus, hist. eccl. 7,25,1-8).
    9. Diese Quelle kann nicht nachgewiesen werden (vgl. Edition: Zürcher Kirchenordnungen, Bd. 2, Nr. 352, S. 1157, Anm. 14).
    10. Die Stelle bezieht sich auf Pseudo-Phokylides 152.
    11. Der erste Teilsatz kann nicht für PlatonPersonne : nachgewiesen werden, der Rest des Abschnitts ist eine Paraphrase von Res Publica 8,552d3-6 (vgl. Edition: Zürcher Kirchenordnungen, Bd. 2, Nr. 352, S. 1158, Anm. 17 und 18).
    12. Diese Stelle nimmt Bezug auf Plutarch, Apophthegmata Laconica, Varia 56, 235E.